Ein Plausch in Sydney – Odyssee nach Deutschland

Veröffentlicht am 19.06.2009, 20:59

Heute ist unser ultimativer Abreisetag. Wir haben so gut es geht ausgeschlafen, Koffer nochmal umgepackt und noch ausführlich mit Rehle erzählt.

Dreieinhalb Stunden vor Abflug brachte uns ein Taxi zum Flughafen und das war auch gut so, denn so konnten wir tatsächlich noch Notausgangssitze ergattern - oh Wunder! Diese Plätze hatte Qantas vor wenigen Tagen mit 160$ kostenpflichtig gemacht - galt aber für uns gerade noch nicht, weil wir die Tickets vorher gekauft hatten. Ich glaube aber, es war die supernette Stewardess am Checkin - ihrerseits ein alter Hase, seit 30 Jahren im Dienst, Business Class, und ein Crewmitglied des A380 Jungfernfluges - die das einfach für uns gedeichselt hat, weil sie Reinhold Größe sah und wusste, dass alles andere ein Qual wäre. Danke Qantas - du hast immer wieder nette Mitarbeiter, muss man sagen!

Der Flug war lang und zäh, aber dank der Notausgangssitze konnten wir wenigstens ein bisschen schlafen. Und kamen immer wieder in den Genuss, mit einem Crewmitglied zu erzählen, da die ja gegenüber ihre Start-/Landesitze haben. Immer ein bisschen kurzweiliger.

Der Umstieg in Frankfurt lag uns bereits quer im Magen, da wir schon in Sydney im Duty Free erfahren mussten, dass wir durch diesen Transfer keine Flüssigkeiten (auch nicht versiegelt in Duty Free Taschen) durchbringen durften. Das hieß für uns: KEINE Flasche Bundaberg! So ein Ärger.

Aber dieser ominöse Transfer wurde immer ärgerlicher als wir in Frankfurt gelandet waren. Der Flughafen eine Großbaustelle, man steigt aus und es gibt keinen Infoschalter/Infotafel, wie und wo der Transfer zu erfolgen hat, also z.B. wo man seine neue Boardkarte bekommt. Das Ende vom Lied: auf der Suche nach diesem absurden Transfer stapften wir einmal überflüssigerweise durch die Personenkontrolle um danach noch einmal durch zu müssen. Nach 24 Stunden nicht rundherum erholsamen Fluges und Unterwegsseins war das eine Zerreisprobe für meine Nerven. Hätten sie bei dieser Kontrolle irgendeine dumme Bemerkung gemacht oder irgendwie gemuckt, dann wäre ich wahrscheinlich dieses Wochenende nicht zuhause sondern im Kittchen.

Zum Glück aller Beteiligten haben sie es sich verkniffen.

Gegen 12 Uhr gestern waren wir endlich daheim und beendeten unser schönes Abenteuer mit einem kontinental-europäischen Mittagessen bei unserem Italiener. ("Pizza Magherita mit Pilzen" - der arme Kellner! Wird sich gedacht haben, wieso bestellt sie nicht einfach gleich eine Funghi.)


 

Bye bye Darwin

Veröffentlicht am 17.06.2009, 20:43

Heute fängt das Ende des Urlaubs an: es ist der Abreisetag aus Darwin gekommen. Wir tun nicht mehr viel. Den Rest packen, dann auf Kosten unserer trantütigen Backpacker-Lodge im Internet surfen, rumdösen und mit halben, dreiviertel Ohr einem Backpacker-Kaffeekränzchen von deutschen Landesgenossen zuhören. Bis uns ein Taxi um ein Uhr endlich an den Flughafen schippert. Wo wir weitere drei Stunden abhängen.

Der Rückflug verläuft ein wenig psycho-mäßig: wir sitzen in der Reihe vor dem Notausgang und in der kleinen Maschine ist am Notausgang ja auch eine ganz normale Sitzreihe angebracht. Die Passagiere dort bekommen bei Qantas immer eine gesonderte Sicherheitseinweisung. Diesmal auch. Der Typ, der direkt an der Türe saß, lallte fröhlich was vor sich hin, als er gefragt wurde ob er alles verstanden habe und dass er verantwortlich für das Öffnen der Türe im Notfall sei. Klang betrunken. Fand auch die Stewardess und holte ihre Chefin. Die wiederholte die Frage und er antwortete mit Yes. OK.

Während des Fluges stellte sich der Typ problemlos noch drei Bier rein und irgendwann kam es doch zu weiteren Zweifeln seitens der Crew, ob das so gut ist, ihn da sitzen zu haben. Reinhold hatte die Frechheit und merkte an, dass er auch ein Problem damit habe, dass dieser Mann dort sitzt, worauf hin der Typ, der am Gang dieser Reihe saß und nach eigener Aussage nicht zu dem "Problembären" gehörte, ausfallend wurde. Das sei ein Libanese, den könne  man nicht so gut verstehen - und warf dann mit Kraftausdrücken in unsere Richtung um sich (hatte aber auch genauso gut getankt). Das Ende vom Lied: für den kurzen verbleibenden Rest des Fluges wurde der Mann mit einem weiteren Bier dazu bewegt, seinen verantwortungsvollen Platz am Notausgang zu räumen. Ja spinn ich oder was? Als der Flieger gelandet war, hat die andere Pappnase als noch in unsere Richtung gestänkert. Oh Mann, auch dort gibt es welche, die beim Hirnregnen lieber drin geblieben sind, um nur nicht nass zu werden.

Abends waren wir wieder erfolgreich in einem 12° kalten regnerischen Sydney bei Rehle angekommen. Unserer Verwandten ging es leider gar nicht so gut. Sie hatte während unserer Abwesenheit wieder mit Herzattacken zu kämpfen und wir sahen ihr an, dass sie immer noch ganz schön geschlaucht war.

Wir haben uns bald zurück gezogen und uns über ein richtiges Bett und normale 4 Wände gefreut (nach dem Backpacker-Erlebnis). Danke Rehle & Florian!


 

Darwin revisited

Veröffentlicht am 16.06.2009, 17:27

Nach einer nicht sonderlichen Nacht ein wenig mitgenommen aufgestanden und gleich mal mit der Dame an der Rezeption gesprochen. Natürlich, sowas wie WLAN ist hier Fehlanzeige und in der Tat schließt die Dame die Rezeption bereits um 12 mittags und man kann das Internet morgens nutzen, wenn man schnell genug ist, denn es gibt nur ein Kabel. Die hat schon Nerven. Und was machen wir in Sachen Checkout wollte ich von der Lady wissen. Wir wollten am nächsten Tag schließlich erst gegen 1 Uhr weg - wo sollten wir unser Gepäck lassen? Ach da gäbe es einen Locker Room aber könnten wir nicht nur bis 12 Uhr bleiben - nein könnten wir nicht!!!!

Was denkt die sich eigentlich???

Ah ja, wir sollen es bringen, das würde dann schon gehen. aha. Darauf hatte ich dann auch kein Vertrauen mehr.

In die Stadt gewackelt um dort ein viel zu heftiges Frühstück einzunehmen. Nach Essen und Kaffee ging es besser.

Dann planlos durch so einige Shops gezogen um diverse letzte Mibringsel zu erstehen und beim einen oder anderen Gebäude noch Infotafeln zur örtlichen Geschichte entdeckt.

Irgendwann reichte es uns und wir zogen uns zur Erholung in die Gecko Lodge auf die Veranda zurück. Ich plauschte ein wenig mehr mit der Deutschen (die ja abends arbeitet). Sie konnte mir noch so einiges zu dieser Bleibe sagen. Anscheinend hat die nur unlängst den Besitzer gewechselt und die Lady an der Rezeption war tatsächlich die Eigentümerin - schade eigentlich, in dem Fall hätte ich sie ruhig mal zu ihrem tollen Flyer befragen sollen auf dem lauter Dinge draufstanden, die nicht der Realität entsprachen (Pancake-Frühstück mit Kaffee/Tee, Fahrradverleih, BBQ - tatsächlich nur ein rostiger Haufen Metall im Hinterhof, der seit Jahren nicht mehr in Betrieb war). Hätt mich doch mal interessiert, wie sie darauf reagiert. Naja, eine Stunde später, als wir noch da saßen, kam irgendeine offizielle Kontrollstelle ins Haus um Sicherheit  und Sauberkeit zu überprüfen. Ich hoffe, sie haben sie ins Schwitzen gebracht.

Am Nachmittag unternahmen wir einen Spaziergang an den Strand (man kann es auch "Piss Run" nennen). Darwin ist nicht auf Fußgänger ausgelegt. Das merkt man schon daran, dass Fußgängerüberwege nicht existieren. Gehwege enden plötzlich unvermittelt und du stehst auf der Straße. Der Strandbereich zieht sich ewig weit, und dort wo er z.B. durch den botanischen Garten etwas aufgelockert wird, ist alles zugemüllt, weil dort kein einziger Mülleimer aufgestellt ist. ÄTZEND.

Wir hatten nach  einem Café Ausschau gehalten aber einfach nur Strand, Asphalt und Langeweile gefunden. Verhungert und verschwitzt kehrten wir in die Lodge zurück.

Endlich erfuhren wir, wo man nun am Hafen irgendeine Ausgehmöglichkeit hat: Cullen Bay. Geht dort nirgendwo anders an die Waterkant, außer im Zentrum bietet Darwin es nur dort etwas. Wir haben ein enorm leckeres Seafood Buffet dort genossen für relativ erschwingliche 38$ pro Nase.

Abends noch das lästige Kofferpacken.


 

Mary River NP - Darwin

Veröffentlicht am 15.06.2009, 16:47

Unser letzter Tag! Bautz. Reinhold hat von einem alten verschlagenen einäugigen Krokodil geträumt, das unter unserem Troop auf uns lauert. Und ich hab von einem Verrückten geträumt, der uns aus dem Zelt holt, uns blutend an den Baum bindet und mit dem Troop verschwindet. Gottseidank ist nichts davon eingetreten. Aber wir konnten unerwartet noch eine ganze Bande Wallabies beobachten, die den Campground ihr zuhause nennt und weitere Vögel: sehr schillernde Eisvögel und einen Weißkopfseeadler. Die Crocs ließen sich nicht blicken. Ich war auch nicht traurig drum.

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Nach dem Frühstück haben wir unseren Troop aufgeräumt und uns dann  Richtung Darwin aufgemacht. Den Weg haben wir uns mit einigen Caches versüßt.

IMG_4404 Billabong in einem kleinen Nationalpark am Wegesrand

In Darwin angekommen, erreichten wir die Gecko Lodge um zweierlei festzustellen: zu unserer Überraschung hatte die Zimmerbuchung geklappt, was an dem Briefumschlag zu  sehen war, der an der Rezeption hing und der unseren Schlüssel enthielt (die Rezeption war um 14.00 bereits nicht mehr besetzt).

Und nein, der Schlüssel des Zimmers, für das er passen sollte, passte nicht. Prima. Also die Notfall-Mobilfunknummer vom öffentlichen Telefon aus angerufen - eine Frau nimmt ab und dann ist die Verbindung unterbrochen. Ich fing an, eine Krise zu kriegen - die Tusse hatte mich eben mal einen Dollar gekostet. Toll. Nun war es halb drei, wir sollten das Auto ausladen und dann bis um 4 Uhr zum Vermieter bringen und wir konnten nicht ins Zimmer! Spitze. Zumal, auf der Buchungsbestätigung hatte was davon gestanden, dass die Rezeption bis 18.00 besetzt sei.  Also haben wir das Ganze zum Problem anderer Leute gemacht und sind ins Visitor Centre gefahren, wo wir diese Bleibe gebucht hatten. Die haben die Dame nochmal angerufen und ein bissl Dampf gemacht. Ach ja, dass so ein Schlüssel nicht passt, könne immer mal passieren, wenn er nicht vernünftig dupliziert worden sei. Gehts noch?! Aber gnädigerweise tauchte sie auf und tauschte den Schlüssel aus. Um 3 Uhr konnten wir endlich rein.

Um 4 gaben wir unseren Troopi schweren Herzens zurück - Michelle freute sich riesig, dass sie zur Abwechslung ihr Fahrzeug mal wieder in einem Stück zurück bekam (diese Saison muss echt schlimm gewesen sein, was Totalschäden anging) und nahm Troopi fast ungesehen wieder entgegen.

Wieder zurück in der Gecko Lodge lernten wir ein deutsches Backpacker Pärchen kennen (so um die 24), die ganz nett waren und 4 Monate mit Work&Travel in AUS verbrachten. Sie erzählten uns, dass man in Darwin auch für Hilfsjobs nicht schlecht verdient (Teller waschen 21$/St.) und dass Darwin in der Tourisaison dringend auf die Backpacker als Saisonarbeiter angewiesen ist. Beispiel: Das Casino, in dem sie arbeitet, hat in der Nebensaison 600 und in der Hauptsaison 1400 Mitarbeiter. Wow. Sie arbeiten für 3 Monate hier und werden dann für einen Monat durch AUS reisen. Aber dafür in so einer Bleibe hausen bei unmöglichen Arbeitszeiten stelle ich mir trotzdem hart vor.

Die Gemeinschaftsküche diente uns gerade noch dazu, die letzte Dose Chilli zu unserem Lunch herzurichten, aber ansonsten beschlossen wir, dieses gammelige Chemieversuchslabor nicht mehr zu nutzen.

Zum Dinner haben wir versucht, Michelles Rat zu folgen und am Wharf ein Restaurant zu finden. Diese Ecke ist aber noch eine riesige Baustelle einer unfertigen Vergnügungmeile und auch wenn es da zwei Läden oder so gab, war das nicht, was wir uns vorgestellt hatten. Also tappten wir bedröppelt zurück in die City und entschieden uns dafür im "Wisdom" zu essen. Im Gegensatz zu dem Namen ist das Bestellen dort ein uneffizientes Abenteuer, mit Schlange stehen und hoffen, dass die Tischnummer, die du denen geben möchtest, eine halbe Stunde später auch noch frei ist; na gut - aber sehr lecker war es. Wenn man hier oben unterwegs ist: unbedingt Barramundi (oft einfach "Barra") bestellen. Ein so leckerer Fisch. Das Wisdom war witzig. In der Mitte des Restaurantbereichs steht ein riesiger knorriger Baum und plötzlich guckte uns aus dem Ast was an. Da kam ein kleiner Quoll (ich hoffe das war einer) herunter und war natürlich der Star des Abends. Es stellte sich heraus, dass er sozusagen das  Maskottchen des Restaurants ist. Anscheinend mochte das an sich scheue Tier die Gesellschaft.

Der Abend war lebhaft. Auf der Veranda vor unserem Zimmer stehen Sofas. Die jungen Leute unterhielten sich dort noch lange. Was soll man sagen?! Irgendwie kam ich mir ein bisschen fehl am Platze vor. Wer war ich, denen was zu sagen? Waren wir früher nicht auch so, dass wir uns die halbe Nacht mit Erzählen um die Ohren geschlagen haben? Auch wenn es die im nächsten Zimmer gestört hat?


 

Kakadu NP – Mary River NP

Veröffentlicht am 14.06.2009, 16:11

Heute stand Ubirr auf dem Programm - die 2. Rockartsite, die uns interessierte. Es war unsäglich drückend, man schwitzte literweise und kaum standen wir vor der ersten Felswand, machte ich auf dem Absatz kehrt und sprühte mich mit Bushman Repellent ein. Mozzis, Mozzis, Mozzis. Und Reisebusse á 30 Mann im Nacken. Ubirr hat eine unendliche Vielzahl an kleineren und größeren Felsmalereien zu bieten, alle in höchst unterschieldichem Zustand. Uns war leider nicht klar, und darüber sagten uns auch die Infotafeln nichts, wieso so einiges davon eigentlich allmählich verblasst oder verschwindet. Die eine grundlegende Info, die ich habe ist die, dass solche Sites i.d.R. von den Stämmen gepflegt werden, also über Jahrtausende hin nachgezeichnet werden. Die andere Info ist, dass dies nicht jeder machen kann, sondern oft entweder nur eine bestimmte Person oder aber jemand, der ausreichend in das Dreaming initiiert ist. Wenn das jemand anders machen würde, könnte das Bild z.B. einer Schöpfergestalt verfälscht werden und damit ihr Ärger erregt werden. Ich kann mir jetzt nur zusammenreimen, dass es eben nicht mehr ausreichend Initiierte für viele dieser Dreamings gibt. (Bilder auf Anfrage).

Ubirr lohnt sich aber auch wegen des gigantischen Ausblick auf Kakadu und Arnhem.

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Man muss das mal gesehen haben, das ist wirklich beeindruckend. Wir glauben gerne, dass dieser Lookout bei Sonnenauf- oder -untergang besonders reizvoll ist.

Eine schier unendlich öde Asphaltstraße namens Arnhem Highway brachte uns schließlich in den Mary River NP. Die Campnachbarn im Keep River hatten uns ja empfohlen uns lieber mal dorthin zu  orientieren und zu Rockhole zu fahren - evtl. dort einen Boat Cruise zu machen. Das war ein angenehm abgelegener Park, der über eine Piste zu erreichen war und noch den ein oder anderen 4WD Track geboten hätte (wenn wir noch Zeit gehabt hätten). Wir hätten das Schiffchen zwar noch besteigen können, waren aber leider nicht mehr gut genug bei Kasse dafür (42$p.P.),  so mussten wir leicht enttäuscht verzichten.

Stattdessen beschlossen wir unsere letzte Nacht mit dem Troop angemessen im nahegelegenen Bushcamp zu verbringen. Die Entscheidung war insofern goldrichtig, als dort die Aussicht auf den Mary River ca. genauso aufregend war wie auf dem Bootchen.

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Es ist ein sehr breiter Fluss mit vielen Seerosen und Palmen entlang den Ufern und all das ist von einer Unzahl von Vögeln bewohnt. Wir sind genau zur richtigen Tageszeit dagewesen um die aufsteigenden Vogelscharen weißer und schwarzer Kakadus in der Abendsonne zu beobachten und eine Unmenge uns nicht bekannter Vögel fliegen zu sehen und singen oder schreien zu hören - ein Wahnsinn. Obwohl in diesem Fluss Salties wohnen, haben wir uns für 5 Minuten ans Ufer gewagt um ein paar Bilder davon zu machen. Dann haben wir uns lieber wieder verdrückt.

Der Campground war nicht wirklich die empfohlenen 50-100 Meter vom Ufer entfernt, aber wir trösteten uns damit, dass wir ja im Dachzelt schlafen würden.

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Wir hatten es übrigens endlich mal geschafft, ganz alleine auf dem Campground zu sein - juhu!

Wir machten uns ein schönes BBQ auf Lagerfeuer, gottseidank, bevor es dunkel wurde. Denn als es dämmerte, schlugen sie zu, die Trillionen von Mozzis: unser Bushman 40% DEET wurde kaum zur Kenntnis genommen. Jeder kassierte so ca. 50 Stiche und wir retteten uns zunächst unter unseren Mozzi-Dome, den wir in weiser Voraussicht noch bei Tageslicht aufgehängt hatten. Doch als es dunkler wurde, wurde das Rascheln vom Ufer her immer lauter und obwohl wir uns ziemlich sicher waren, dass dies nur Wallabies sein konnten, packte uns doch ein bisschen die Panik. Wir haben gemacht, das wir ins Zelt kamen, das wir nach bestem Gewissen gegen Mozzis sicherten. Die letzten Mohikaner schlachteten wir, bevor wir in einen von Mozzisummen geplagten Schlaf fielen. Trotzdem wir das Mosquitenetz des Zeltes mit Repellent eingesprüht hatten, standen die Viecher davor Schlange. Irgendwann gaben wir es auf und drehten uns um, so bekamen wir einen etwas besseren Schlaf, durchsetzt von den seltsamsten Tier-  und Vogellauten und immer mal wieder ein Platschen im Wasser, wie von einem großen Tier, das gerade mit seiner Beute abtaucht.


 

Pine Creek – Kakadu NP

Veröffentlicht am 13.06.2009, 15:37

Die Nacht war ganz in Ordnung und endlich mal nicht so arg bitterkalt. In der Nacht konnten wir auf dem Stellplatz, den wir uns im 2. Anlauf ausgesucht hatten, riesige Fledermäuse fliegen und quietschen hören, die anscheinend die Blüten von den Büschen neben unserem Troop mochten. Als ich mal raus musste, habe ich die Schatten gesehen. Sie hatten eine riesige Flügelspannweite. Morgens war keine Spur mehr von ihnen zu entdecken. Auch sonst war die Tierwelt auf dem Platz sehr lebhaft und bunt: Tree frogs, eine riesen Horde Kakadus auf dem Baum am anderen Ende des Anwesens, etliche Vögel, die man beobachten konnte, und deren Namen ich nicht ansatzweise wüsste und auch kleine Fledermäuse, die bei Dämmerung lautlos durch die Luft schwirren. Sehr  schön!

Irgendwie sind wir ein bissl spät losgekommen (anscheinend einfach reisemüde.) und ich habe mal ein wenig auf die Tube gedrückt um uns endlich in den famosen Kakadu NP zu bringen. Der Klimawechsel von den Kimberley weiter südwestlich hin zu dieser Northern Territory Umgebung setzte und beiden schon ein wenig zu. Das tropische Klima braucht ein wenig Anpassung. Seid gewarnt: die Fahrt in den Kakadu über den Kakadu Highway ist ziemlich langweilig. Die Asphaltstraße erstreckt sich scheinbar endlos. Wir hatten nun auch nicht die Zeit übrig noch 1-2 weiteren Schildern hinterher zu fahren und dann ist das echt ein Killer  :-(

Haben uns erstmal im Marie River Roadhouse ein bissl erholt - ein sehr netter Ort um sich ein bisschen zu entspannen, übersichtlich, freundlich und dabei gar nicht überteuert oder so. Nach der letzten Wet Season haben sie dort nur 300m vom Haus entfernt ein Saltie von 6 m eingefangen und umgesiedelt. Schauerlich.

Dank eines Geocaches haben wir uns  einen kleinen, nicht ausgeschilderten Billabong angesehen, das war ganz nett und vor allen Dingen unbesucht.

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Dann war das nächste Ziel das Warradjan Aboriginal Cultural Art Centre. Das ist ein sehr interessanten Kulturzentrum, das vom örtlichen Stamm bestückt wurde und Informationen zum Leben (Jagen, Sammeln) zu wichtigen Zeremonien und zu den komplizierten Verwandtschaftsbeziehungen enthält (moiety - Zuordnung zu einem Teil des Stammes, skin group). Dieses komplexe System, das wir ehrlich gesagt nicht ganz verstanden haben, sorgt letztendlich dafür, dass Inzucht ausgeschlossen wird. Die spirituelle Welt der Leute wurde  nur oberflächlich angekratzt, da viele Informationen dem Nichtinitiierten nicht zugänglich gemacht werden können. Aber eine Handvoll Schöpfer-Geschichten stehen da doch und ich finde die so fantastisch - die können sich jederzeit mit der griechischen Götterwelt messen. Schade, dass alles so geheimnisvoll bleibt - ich denke, über kurz oder lang ist dieses Wissen damit dem Untergang geweiht.

Tja, und innerhalb der Stunde, in der wir uns mit den vielen Informationen dieses Ortes auseinander gesetzt haben, rückte ein großer Reisebus mt 30 Leuten an, die in 10 Minuten durchgejagt wurden, sich noch weitere 5 Minuten im Shop aufhalten durften und dann weiter Richtung Yellow Water gekarrt wurden. Hmm, was kann man in der Zeit mitnehmen? Die sind schon irre. Die Yellow Waters konnten wir uns übrigens verkneifen, als wir feststellten, dass dort mindestens 5 bis 10 so riesige Busse rumstanden und man erst längere Zeit durch glühende Hitze laufen musste, bevor man Tourihorden bei Boot Cruises auf dem schnakenverseuchten Fluss zusehen konnte.

Also haben wir uns nach Nourlangie begeben.

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Eine sehr sehenswerte Rock Art Site (wir haben Fotos, stellen diese aber aus Rücksicht auf die Wünsche der Urheber hier nicht ein; wer sie sehen möchte, soll uns bitte Bescheid geben). Glücklicherweise waren wir schon recht spät an diesem Tag, deshalb gab es keine Tourihorden mehr. Zum Glück für uns: so konnten wir nicht nur einen Cache heben, sondern auch ganz ungestört einem der scheuen schwarzen Rockwallabies zusehen. Reinhold hat sogar ein paar schöne Bilder machen können.

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Schon war der Tag gelungen!

Wir fuhren bis nach Jabiru - ein Ort der seine Existenz teils dem Kakadu-Tourismus und teils der Uranmine um die Ecke zu verdanken hat. Uns war nach ein bisschen Zivilisation und vielleicht mal essen gehen - also der gepflegte Campground am Platz und die Poolbar. Eine gute Wahl. Eine sehr gute sogar. Nach einem wahrhaft göttlichen Barramundi war uns noch nach einer lokalen Spezialität als kleiner Absacker: ein Bundaberg mit Cola. Direkt vorgemischt aus der Aludose. Yumyum. Naja - ich fand es gruselig.

Aber wir saßen mittlerweile einer Gruppe von Leuten gegenüber, bei denen zwei Frauen anscheinend zwei Hündchen in Decken auf dem Arm hielten. Bei genauerem Hinsehen erkannten wir, dass sie da Wallaby-Babies hatten; da konnten wir uns nicht mehr vom Anblick loseisen. Zunächst wanderte eine Frau von einem anderen Nachbartisch zu ihnen und bekam prompt eins in die Arme gedrückt und eine Menge Infos dazu. Reinhold bequatschte mich so lange, bis wir auch hingingen - wir bekamen sie natürlich auch in die Arme gedrückt. Ich sag euch - die waren so unglaublich niedlich. Ich hätte sofort alles stehen und liegen lassen mögen und als Ranger nach AUS gehen! Es stellte sich heraus, dass die Frauen allesamt Frauen von Rangern im Kakadu waren und immer wieder  Findlinge dieser Art zu sich aufnahmen um sie großzuziehen und dann auszuwildern. Mein kleiner Joey-Junge war gerade mal 3 Monate alt, Reinholds Joey-Mädchen schon 6, mehr als doppelt so groß und entsprechend auch lebhafter. Für beide hatten sie künstliche Bauchtaschen - Fleecesäcke mit austauschbarem Innenfutter. Um eine möglichst konstante Temperatur für die Tiere zu schaffen hilft nur: konstant auf dem Bauch herumtragen. Leider sind das unfreiwillige Waisenkinder durch Verkehrsunfälle oder Jagd, das ist an sich was Alltägliches, wenn auch Schlimmes. Diese Frauen machen das schon seit Jahr und Tag und wir fanden es eine enorme Leistung denn die Tierbabies brauchen dieselbe intensive Aufmerksamkeit wie Menschenbabies. An Schlaf ist bei den ganz kleinen oder schwachen, verletzten Tieren nicht zu denken. Aber macht nix. Die sind so herzzerreissend, sie könnten sie nie im Stich lassen. Und jedes mal, wenn sie so ein Zögling verlässt, blutet ihnen wieder das Herz. Kann man verstehen, wenn man so ein niedliches Bündel mit großen Augen und Ohren mal im Arm gehalten hat.

Schön!


 

Richtung Pine Creek

Veröffentlicht am 12.06.2009, 02:33

Mein Gott, was haben wir diese Nacht gefroren! Ich hatte schon etliche Schichten mehr an als zuvor aber ich wäre fast festgefroren. Das ist keine Reisezeit hier, das ist WINTER! Ich will mein Geld  zurück!!!

Der Tag braucht nur einen kurzen Eintrag: heute haben wir uns rund 600 km auf die Fahnen geschrieben. Mit doppeltem Einsatz versteht sich. Erstmal ordentlich Strecke bis Katherine gemacht. In Katherine waren wir ein wenig zuviel unterwegs um nochmal einzukaufen zu cachen und ein wenig zu flanieren.

IMG_4253 The Ghan vor Katherine

Katherine ist wirklich seltsam: bereits gegen 3 Uhr schreien sich die Aboriginal People auf der Straße in einer Weise an, die darauf schließen lässt, dass sie bereits gut getankt haben. Und dort hängen sehr viele auf den Straßen ab. Als wir im örtlichen Liquorlnad waren, sind wir auf einen Infozettel zum Thema Alkohol, den Kauf aus solchen Läden und den Konsum in der Öffentlichkeit gestoßen. Sie versuchen tatsächlich, die durch öffentlichen übermäßigen Alkoholkonsum bedingten Probleme (Ruhestörung, Diebstahl, Sachbeschädigung usw.) dadurch in den Griff zu bekommen, dass man Alkohol erst ab 14.00 kaufen kann und den Personalausweis vorlegen muss und somit auch erfasst wird. Diese Angelsachsen, das sind solche Psychos! Und wie schizophren das Ganze ist, ist eh unglaublich: in den ganzen Liquorstores fahren die Weißen mit ihren großen Karren vor und kaufen ein wie die Großen. Wo die Schwarzen so viel herbekommen um bereits tagsüber blau zu sein, darüber kann man nur rätseln.

So schlimm wie in Katherine haben wir das bislang noch nie gesehen. Das gibt zu denken.

Spät aber doch haben wir uns noch bis Pine Creek aufgemacht und uns in einem wunderbaren Tourist Park namens Lazy Lizard mit angeschlossener Taverne eingebucht.

 IMG_4250  Victoria River im Gregory Park - eine kurze Rast am Wegesrand

Ich hatte zunächst angenommen, die Taverne sei nur für den relativ kleinen Campground. Diese Kneipe wirkte auch am späten Nachmittag recht nett, ein bisschen urig und in halb offener Bauweise, gemütlich, etwas, was man  in AUS eher  selten findet. Sie war nur mäßig besucht. Wir dachten uns nix dabei und parkten unseren Troop recht ums Eck von der Tavern. Mit fortschreitendem Abend wurde es dort immer lauter und uns dämmerte allmählich, dass dies die örtliche Kneipe sein musste. Das Dachzelt war bereits aufgebaut und wir hatten auch schon Bier intus, egal, ich habe uns lieber vorsorglich umgeparkt auf das ruhig und dunkle Ende des Campgrounds. Das war  auch besser so. Das ging noch lange weiter. Wir haben und auch mal die lokale Taverne angesehen. Die Leute waren begeistert zu sehen, dass ich einen puren Rum bestellt habe (Bundaberg) - so ganz unverdünnt - die Bemerkung der toughen Bartenderin dazu war "I love you Germans.". Tja, ich beließ es aber auch dabei im Gegensatz zu so manchen Bier- oder Longdrink-Trinker, der sich dort fleißig betrank. Da waren vielleicht 15 Männer und 3 Frauen und es lief Aussi-Rule Football, auch liebevoll Footie genannt. Das ist um einiges athletischer und weniger brutal als Rugby und macht richtig Spaß anzusehen - ich bin an sich kein Sportfan, aber dieser Sport gefällt mir weit besser als normaler Fussball.

Als krönenden Abschluss haben wir noch einen kleinen Spaziergang durchs Dorf gemacht, das reichlich mit Infotafeln ausgestattet ist. Pine Creek verdankt seine Bedeutung (und wahrscheinlich seine Existenz) dem Eisenbahnausbau des Ghan. Permanent leben dort heutzutage ganze 400 Leute. Im Schaufenster des lokalen Einzelhändlers fand ich ein Wohnungsangebot: 2 Zimmer voll möbliert an einen Professional für 250$ die Woche zu vermieten! Wovon träumen die in diesem verschlafenen Nest?!


 

Keep River NP – East Baines rest area

Veröffentlicht am 11.06.2009, 02:16

Wieder eine bibbernd kalte Nacht gehabt.    

Heute früh wurden wir erstmal von unseren direkten Campnachbarn, einem älteren Ehepaar ausführlich ins Bild gesetzt, welche Orte im Kakadu interessant sind und was man sich auch getrost schenken kann.  Das fand ich riesig, denn bis zu dem Punkt hatten wir genau darüber keine vernünftige Infórmation. Ich sag ja, die Leute sind wirklich nett.

Dann haben wir den kleinen Walk am Gurandalng Campground gemacht und den erkläre ich hiermit zum schönsten Walk unseres Urlaubs. Auf den 2 km hat man so viel abwechslungsreiche Landschaft gesehen, Vegetation, Felslandschaften und das bei einem angenehm kühlen Lüftchen und noch nicht zu heißer Sonne. Wunderbar.

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Das brachte uns dann auch auf die Idee den etwas größeren Walk am zweiten Campground im Park zu unternehmen. Leider war der deutlich anders. Man musste ewig durch eine Spinifexlandschaft mit null Steigung, damit aber auch mit null Schatten laufen, dann am Fuß des Berges entlang spazieren und dort wurde man gegrillt. Die Vegetation auf diesem Spaziergang war auch sehr abwechslungsreich, irgendwann kam man in ein Stück, wo viele Livistona und Schraubenpalmen stand unterbrochen von einigen Boabs und wo die unterschiedlichsten Gräser wuchsen.

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Sehr schön, aber eben heiß! Wegen der Rock Art muss man diese Wanderung nicht unternehmen, davon ist nur noch sehr wenig zu sehen und das ist nicht sehr interessant. Wenn man sich bis zum Aussichtspunkt hochgeschleppt hat, dann sieht man, wieso diese Ecke so interessant ist; Bienenstöcke, ähnlichh denen von Purnululu, nur nicht ganz so schillernd. Dabei ist diese Landschaft maritimen Ursprungs und mit 180 Mio Jahren nur etwa ein Zehntel so alt wie Purnululu.

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Nach dem Spaziergang waren wir geschafft und haben erstmal eine Katzenwäsche am Campground veranstaltet.

Dann haben wir uns auf den Highway gesetzt und sind in Richtung Kakadu aufgebrochen. Weit sind wir nicht mehr gekommen. Wir haben uns auf der East Baines Rest Area installiert und haben erst zu spät bemerkt, dass dieser Ort etwas Essentielles nicht hat: Toiletten. Er hat Tische, Bänke, Wasser und Feuerstellen. Bei den Toiletten haben sie anscheinend die Lust verloren. Nun denn.


 

Kununarra – Keep River NP

Veröffentlicht am 10.06.2009, 02:15

Diese Nacht war moderat besser als die letzte, aber auch in Kununarra war es kälter als noch vor einer Woche. Wäsche einsammeln, internetten, einkaufen, mittag essen, sich noch ein paar Mal drehen und wenden in diesem Ort, geocachen, irgendwie war es ein Uhr und wir fühlten uns schon wie Einwohner (die Kassiererin  im Laden kannte uns bereits.) bis wir diesem Ort endlich den Rücken kehrten und für immer Lebwohl sagten. Zum Abschied winkte uns ein alter Aboriginal Mann, der im Rollstuhl vor seinem Haus saß zu. Wir waren irgendwie Teil dieses Ortes geworden. 

Nachdem wir nochmals alle Informationen studiert hatten, die uns das örtliche Visitor Centre über Sehenswertes am Wegesrand Richtung Darwin liefern konnte, haben wir uns entschieden, dem Keep River NP einen Besuch abzustatten. Nicht zu unserem Schaden wie wir herausfanden. Dies ist ein recht kleiner Park, der keinen Eintritt kostet, die Campinggebühren sind mit 3,30 p.P. moderat und der Park an sich ist recht schön und ein wenig wie der kleine Bruder des Purnululu. Hierher werden keine Touris in Bussen gekarrt,  auch sonst verirren sich nur wenige Touris hierher, es sind mehr die naturverbundenen Aussis, die man hier trifft.

Wie es der Zufall wollte, bieten sie mittwochs einen Ranger-Talk an, abends am Lagerfeuer sitzen da die Ranger mit 2 großen Billys und man kann sich zur Runde gesellen und sie mit allen möglichen Fragen löchern, die einem einfallen. Zufällig war es Mittwoch und so freuten wir uns auf diese Veranstaltung.

IMG_4194 Susanne beim Cachen

IMG_4203 Keep River am Abend

Jeder auch dem kleinen Campingplatz war superfreundlich, hat uns gewunken als wir angefahren kamen und man hätte wohl mit jedem ein Schwätzchen halten können. Ein ganz anderer Menschenschlag.

Wir hatten mal WIEDER die Zeitverschiebung zwischen Westaustralien und Northern Territories verdrängt und waren gerade so mit Abendessen fertig, als die Runde startete. So kamen wir etwas verspätet hin.

Die Themen drehten sich um Artenbestimmung, Arten, die es in diesem Park gibt und Brandmanagement (sie legen viele kleinere Brände in einer Zeit, wo diese noch keinen verheerenden Schaden anrichten, um so die Naturflächen ein wenig vor Schäden durch große Brände zwischen August und November zu schützen) und ganz großes Thema: die Frage, ob es die Agakröte schon bis hierher geschafft hat und mit welchen Mitteln man versucht, sie zu bekämpfen. Eine Herangehensweise ist wohl dabei, die Freshies, die hauptsächlich gefährdet sind mit sehr geringen Dosen des Giftes der Agakröte einzuprägen, dass ihnen dieses nicht bekommt. Ob das funktioniert, weiß noch niemand.

Nachdem sich die Runde ein wenig zerstreut hatte habe ich noch ein bisschen mit der einen Rangerin erzählt, die eigentlich keine war sondern ein Planning Officer. Sie war gerade ganz frisch angekommen und hatte zuvor in Uluru gearbeitet. Es war interessant mit ihr zu erzählen. Ich erfuhr, dass es eine begehrte Tätigkeit ist (keine gut bezahlte), dass man dort nur Leute findet, die das aus Leidenschaft machen, in der Regel Leute mit Studienabschluss in Umweltmanagement, Biologie o.ä., dass sie im Norden und Westen ein wenig Probleme haben, Leute zu rekrutieren, weil nicht so viele in den menschenleeren Ecken arbeiten wollen, dass die NP-Verwaltungen der einzelnen Staaten völlig unabhängig voneinander sind und damit kein kontinentweiter Stellenwechsel möglich ist (fand ich sehr schade). Sie selbst kam aus Queensland und hatte mal wieder teildeutsche Wurzeln (von Mutters Seite) und überlegte noch zu welcher Jahreszeit sie denn mal Deutschland besuchen sollte. Ob September denn nicht schon zu kalt sei? Also Weihnachten auf keinen Fall, das würde ihr bestimmt zu kalt werden.

Wir haben auch ein bisschen über das Thema Ureinwohner erzählt. Mein Verdacht war schon ganz richtig: die Ureinwohner kämpfen um den Fortbestand ihrer Tradition. In der Trockenzeit leben viele an den angestammten Orten, die oft in Nationalparks sind. Das sind aber oft nur die älteren/alten Leute. Die jungen können damit nicht mehr so viel anfangen. Damit stirbt die Tradition aus. Man darf ja nicht vergessen: ihre Tradition beruht auf mündliche Überleiferung und ist an komplexe Initiationsebenen gekoppelt. Aufschreiben bringt also nichts, bzw. ist nach ihrer Logik gar  nicht erlaubt, denn manches Wissen dürfen nur die erhalten die initiiert sind.

Auf meine Frage, wie es kommt, dass wir so schwer in Kontakt kommen mit Aboriginal People, ob es daran liegt, dass die Leute von sich aus zurückhaltend sind oder daran, dass sie abgeschottet werden, meint sie, das liegt ein bisschen an deren Mentalität. Generell ist deren Kultur so, dass sie ihre Distanz wahren und ein bisschen scheu sind. An manchen Orten, wie z.B. dem Uluru werden sie zum Teil auf von Touristen bestürmt, was irgendwann auch eine Ablehnungshaltung hervorruft, verständlicherweise. Generell ist es wohl so, dass sie sehr gut mit Weißen zusammenarbeiten und kommunizieren, wo sie Beständigkeit finden. D.h., wenn eine Parkverwaltung nicht ständig die Ansprechpartner wechselt und so eine langjährige Beziehung entsteht, funktioniert es deutlich besser als im anderen Fall. Eigentlich nichts besonderes, das sieht man ja auch in allen möglichen anderen Bereichen.

Alles in allem ein toller interessanter Abend mit Leuten, die offen fürs Gespräch waren.


 

Purnululu Nationalpark – Kununurra

Veröffentlicht am 09.06.2009, 13:59

Heute haben wir eine gute Weile im Zelt verharrt, bis die Sonne uns endlich aufgetaut hat. Mei war das schweinekalt heute nacht. Auch danach haben wir es mal ein bisschen gemütlicher angehen lassen und sind erst gegen 10 Uhr am Echidna Chasm gewesen. Dieser Teil von Purnululu sieht völlig anders aus: steile Schluchten aus rotem Sandstein, in das ein Meer von Kieseln eingebacken ist (sieht wie roter Waschbeton aus) dominieren dieses Gebirge. Dazwischen wachsen vereinzelte aus Urzeiten übrig gebliebene Livistona Palmen - einfach so.

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Echidna Chasm heißt die begehbare Schlucht nach einer Aboriginal Geschichte, die besagt, dass sich ein Echidna auf der Flucht vor einem Galah in den Sandstein eingegraben hat und so die Schlucht geschaffen hat. Die Palmen sind die einzelnen Stacheln des Echidna. War eine tolle Wanderung, die Reinhold ganz besonders gut gefallen hat.

Reinhold ist die 50 km aus dem Park herausgefahren. Unser nächster  Stopp war das Warnum Roadhouse, irgendwie ein bissl eigenartig. Obwohl wir auf die Tube gedrückt hatten, war das Restaurant bereits geschlossen - Lunch nur bis ein Uhr. Also haben wir ihr Take Away Zeugs genommen, fettige Pommes und irgendwelche Burger. Das hält auch den ganzen abend noch vor.

Den restlichen Weg bis nach Kununurra  (bis dahin mussten wir zurück fahren, denn das Bíer war alle) haben wir uns mit Geocaching amüsiert und diverse FTFs und anderes gehoben.

Nun sitzen wir auf dem guten Ivanhoe Crossing 5 Sterne Camping (die Lady hat sich so gefreut, dass wir wiederkehrende Kunden waren, dass sie uns glattweg keine Kaution mehr abverlangt hat für ihre Einlasskarte.) und genießen eine gute Flasche Rotwein. Endlich!


 

Purnululu Nationalpark

Veröffentlicht am 08.06.2009, 14:54

Auf meinen ausdrücklichen Wunsch hin sind wir heute nach Purnululu aufgebrochen um uns die einmaligen Gesteinsformationen auch von unten anzusehen. Nachdem ich es mir gewünscht habe, durfte auch ich die Strecke dorthin fahren. Man fährt 50 km durch übelstes Gelände über die Marvel Cattle Station um in diesen Park zu gelangen. Die Strecke könnte sehr schön sein, das einzige, was diese Freude trübt, ist die Menge  des Verkehrs. Gegenverkehr auf schmalen Tracks, das macht einem nicht immer die große Freude. Aber dennoch, das war spaßig und jeglicher Mitchell Plateau Besuch kalter Kaffee dagegen.

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Der Nationalpark war schön, aber auch sehr schweißtreibend.

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Susanne Suchbild in der Cathedral Gorge

Wir dürften heute so 6-7 km gewandert sein, waren aber erledigt, als ob das 30 km gewesen wären. Hauptgrund ist die Wahnsinnshitze, die das Gestein speichert und reflektiert.

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Nachdem wir uns den südlichen Teil angesehen haben, sind wir zum Campen in den nördlichen Teil hochgefahren und haben uns noch zum campeigenen Lookout geschleppt um die Berge bei Sonnenuntergang zu bewundern.

Wieder am Troop angekommen waren wir nun tierisch verhungert. Als Reinhold uns Nudeln kochen wollte, schien doch dieses vermalledeite Gas schon wieder alle zu sein?!?!? Er hat ein bissl rumexperimentiert und, siehe da, schließlich ging die 2. Flamme des Gaskochers wieder einwandfrei. Dann ging auch die 1. wieder. Wir rätseln imme r noch, ob das an einem Ventil liegt oder am Schlauch, am Kocher oder der Gasflasche. Hinweise nehmen wir dankbar entgegen.

Satt und zufrieden legen wir uns nun in die Heia, denn da draußen isses nicht spät aber dunkel und kalt. Kaum war die Sonne unten, war es kalt. Hoffentlich erfrieren wir heute nacht nicht hier.


 

Old Halls Creek und Umgebung

Veröffentlicht am 07.06.2009, 14:42

Heute morgen haben wir so RICHTIG gefroren. Es ging ein unangenehm kühler Wind und ich  habe freiwillig beim Frühstück den Windstopper getragen. Wir haben uns unsere Umgebung bei Tageslicht genauer betrachtet.

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Das muss mal ein ganz ansehnliches Anwesen gewesen sein, bevor irgendwer damit anfing überall Schrott darum herum zu platzieren (alle möglichen Autoteile, Teilautos, Lastwagen, Baumaschinen usw). Das mit dem Camping/der Lodge nimmt man dort heute  auch nicht mehr ernst. Die ganzen Hinweisschilder sind unleserlich oder halb zerstört. Die meisten Campingbehausungen, die noch bewohnt sind, werden von Arbeitern des Anwesens bewohnt (evtl. sind ein Teil davon auch Goldsucher, die auf eigenes Risiko arbeiten). Bevor wir losfuhren, hatten wir uns einen schönen Plan zurechtgelegt: wir wollte auf der Duncan Road auf einer Strecke von 170 km insgesamt drei etwas abgelegenere Gorges ansehen. Für die am weitesten entfernte sollte man nach Reiseführerangaben den Owner vorher Bescheid geben.

Wir als wieder zur "Rezeption" um nach einer Möglichkeit zum Telefonieren zu suchen. Diesmal empfing uns der Hausherr barfüßig im Blaumann und nachdem er uns erfolglos versucht hat ein Telefonat zum Owner zu ermöglichen, erzählten wir ihm was wir vorhatten. Dazu meinte er: zum einen muss das einer gew. Flora gehören (Info im Reiseführer falsch), zum zweiten, wenn ihr hinfahrt, schaut einfach, dass ihr die Gatter so hinterlasst wie ihr sie vorfindet, wegen sowas braucht ihr sie nicht anrufen und zum dritten, wieso wollt ihr 170 km weit fahren um ein Loch im Boden mit ein bisschen Wasser zu sehen?! Wenn ihr wollt, könnt ihr meinen See auf meinem Anwesen besuchen, der ist mindestens genauso interessant. Außerdem stellte sich heraus, dass er der Besitzer einer Goldmine ist und die Asiatin seine Frau. Er wollte bereits 1995 aufhören, aber irgendwie sind in der Zwischenzeit sogar seine Söhne groß geworden und er hängt immer noch da drin. Allmählich wird sie sauer meint er. Eine ganz kautzige Type. Mit deutscher Mutter und hat als Kind in Hannover gelebt, kann aber angeblich kein Deutsch mehr, wirft dann aber mit einzelnen friesischen Brocken um sich und zeigt uns seine Goldausbeute (die kleineren Mengen). Führt uns stolz seine Gesteinssammlung vor, da gibt es auch richtige Silbererzbrocken und Kupfer. Fragt uns, ob wir denn nicht Gold kaufen wollen. Gefragt, wieso er verkaufen möchte, meint er, man hat nur ein Leben, er hat da noch eine Yacht rumliegen, mit der möchte er so gerne noch auf Schatzsuche gehen, alte Wracks von den Holländern usw. Wie ein reicher Mann sieht er dabei nicht aus, wie er da so steht, mit dreckigem Blaumann, barfüßig und mit Händen, die nie wieder irgendwas Feinmechanisches machen können.

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Nun denn, wir haben jedenfalls seinen Rat befolgt und die Gorge Gorge sein lassen. Wir sind stattdessen auf der Duncan Road ein Stück entlang getuckert und haben uns Palm Springs, eine kleine von Palmen umgebene Quelle direkt an der Straße angesehen. Außerdem noch eine Gorge namens Saw Pit Gorge, auch klein, jedoch beeindruckend. Unterwegs haben wir noch Autoleichen entlang der Straße bewundert.

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Das dürfte Wolli 2 Tage zum Restaurieren kosten.

Danach haben wir uns tatsächlich nochmal in der Old Halls Creek Lodge eingefunden und uns vom Hausherrn die Anfahrtsbeschreibung zu seinem See geben lassen. Der Backyard of Old Halls Creek Lodge - das war bis dato der coolste Offroad-Spielplatz, den wir je hatten.

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Ein Weg ohne Wellblech, wie ihn die Natur zugelassen hat - viele viele Achterbahnen drin, schmal und garantiert ohne Gegenverkehr und er wäre von der Lodge bis zur Tanami Road gegangen! Ganz so weit wollten wir es aber dann nicht treiben, bei km 25 sind wir umgekehrt und zum See bei km 17 zurückgefahren. Mei, wie genial das war! Der See ist durch Stauung entstanden, aber eine wahre Oase für die Vogelwelt. Was wir dort so alles rumfliegen und durchs Gras stolzieren sahen, das machte uns richtig fröhlich.

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Scheint's hat der gute Mann nicht nur Goldminen sondern auch noch Naturreichtum.

Als wir nach 2-3 Stunden zurückkamen schüttelte er nur ungläubig den Kopf: was schon zurück? Ich glaube, er war davon ausgegangen, dass wir den ganzen Tag dort rumlungern würden.

Irgendwie hatten wir dank der kurzfristigen Planänderungen noch Zeit übrig. Uns fiel aber nicht besseres ein, als vor dem Halls Creek Visitor Centre darauf zu warten, dass er nach der Mittagspause wieder öffnen würde.

In der Zwischenzeit machte ich meine Erfahrung mit der schrägsten öffentlichen Toilette der Welt. Die steht nämlich in Halls Creek. Eine Ausgeburt an Ingenieurskunst. Glaubt ihr nicht? Also: Die Türen sind aus Metall und hermetisch verriegelt. Daneben ein Bedienpult. Da steht, wenn die Lampe grün leuchtet, soll man den Knopf drücken um die Tür zu öffnen. Das Schöne daran: Es handelt sich nicht um einen Taster sondern um eine kreisrunde Erhöhung, die aus den Pult herausragt und grün angemalt ist. Drückt man darauf, passiert nichts. Fummelt man irgendwie daran herum (wie an Pan Taus Hut), geht irgendwann unversehens die Tür auf. Innen - ihr werdet es kaum raten, wieder ein Bedienpult, um die vermalledeite Tür zu schließen. Die Bedienergonomie wiederum ähnlich ausgefeilt. Hat man es endlich geschafft, die automatische Tür zu schließen und auch sogleich Bedenken bekommen, ob man aus dieser vollelektronischen Sardinenbüchse jemals wieder herausgelassen wird, geht auch sogleich, haltet euch fest: Musik an!Sogar für das Toilettenpapier haben sie einen elektrischen Knopf vorgesehen. Allerdings hat dieses Element bereits seinen Dienst quittiert und somit liegt das Klopapier nur noch auf dem Haltegriff an der Wand unterstützt durch diverse Edding-Notizen auf den Kacheln, es bitte auch dort zu belassen. Die Klospülung wird automatisch ausgelöst,wenn man die Wasserhahnsensorik bedient, auch Seife und Handtrockner werden per Sensorik bedient. Aber das schrillste an diesem Wahnsinn, das schrillste fand ich ein weiteres Informationspult an der Wand, das dem Besucher mitteilt, dass er unverzüglich das Kabuff zu verlassen habe, wenn jene grüne Leuchte das Blinken anfange. Das bedeute dann nämlich, dass entweder die nächste Selbstreinigungssequenz im Begriff sei, zu starten oder der Besucher das Kabuff zu lange belegt habe (genauer wurde der Begriff zu lange aber nicht definiert). Na, wer auf dem stillen Örtchen sitzt und sowas liest, der kann doch voll entspannen, oder?

Das tolle: kaum ist man diesem Wahnsinn mit heiler Haut entronnen, ohne vorher vollautomatisch herausgespült worden zu sein, macht man fünf Schritte auf der Parkanlage vor dem Visitors Centre und findet eine detaillierte Infotafel mit allem, was man über die längste, übelste Wüstenroute durch Australien, die Canning Stock wissen sollte. Gegensätze, wie sie schärfer nicht möglich wären.

Der Besuch des Visitor Centres war nicht sehr gewinnbringend. Wir machten uns auf Richtung Purnululu und beschlossen den Tag am Old Ord River um drei FTFs reicher.


 

Fitzroy Crossing – Old Halls Creek

Veröffentlicht am 06.06.2009, 13:38

Heute haben wir Strecke gemacht. Dies ist ein großer Kontinent und manchmal muss man einfach weite Strecken machen um irgendwo hinzukommen. 

Gute 100 km hinter Fitzroy Crossing strahlte uns ein hangemaltes Schild "Ngurra Art Gallery 1 km" an, dem wir reflexartig hinterher gefahren sind. Da hieß uns eine Anzahl Hütten mit einer Art Gallery Hütte in der Mitte mit den Worten "Welkum insied" willkommen. So sind wir hineingegangen und haben uns die Malereien der örtlichen Community angesehen, sogar ein kleines Bild erstanden und einen sehr netten Plausch mit der Galleriebetreiberin, einer etwas betagteren Frau gehalten. Es stellte sich heraus, dass sie und das Gebäude von der Regierung gesponsort werden, und dass die Maler 75% der Einnahmen für ihre Bilder bekommen. 25% werden einbehalten um davon neues Material für die Community zu erwerben. Klang uns durchaus fair. Wir wollten eigentlich noch ein wenig mit ihr plauschen darüber, wieso wir eigentlich nie Aboriginal People als Shopbetreiber antreffen, aber just da füllte sich der Laden mit neugierigen Community Mitgliedern, die zufällig vorbei schneiten. Da mussten wir das Gespräch leider sein lassen. Aber sie war so wahnsinnig nett und unzynisch, sie  war wirklich genau die Richtige um so ein Projekt aufzuziehen. (Auch nach 9 Monaten in der entlegenen Community war sie immer noch guter Laune und konnte sich unbändig über die schöne Kunst freuen, die die Leute ihr liefern. (In der Community war das Photographieren nicht erlaubt.)

Ein paar Bilder am Wegesrand und etliche hundert Kilometer weiter sind wir in Halls Creek angekommen, haben gelernt, dass man ins Kimberley Hotel muss, um einen Geldautomaten zu bedienen und sind weiter bis nach Old Halls Creek. Auf dem Weg dorthin haben wir in der Abenddämmerung die Wall of China besucht (und einen FTF Cache gehoben (-: ).

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Die Wall of China ist eine geologische Besonderheit, dort wächst weißliches Gestein wie eine Wand aus dem Hügel. Sah in der Fast-Vollmondnacht fantastisch aus. Leider war es Samstagabend und damit Anziehungspunkt für Gott und die Welt, mit Campingausrüstung, Jagdhunden (macht mich persönlich immer besonders sauer) und lauter Musik. Die kamen nachdem wir sozusagen fertig gesucht hatten und wir sahen zu, dass wir uns verkrümelten.

Bei einbrechender Dunkelheit machten wir uns auf der Duncan Road auf Richtung Old Halls Creek Lodge. Dabei sahen wir so viele kleine Känguruhs, die die Straße querten, wie sonst im ganzen Urlaub noch nicht.

Dort angekommen erwartete uns am  Eingang das Schild "For Sale" und wir dachten schon Prost Mahlzeit, nun können wir bei Nacht zurück nach Halls Creek um dort in den ollen Caravan Park einzuchecken. Soweit wir im Dunkeln erkennen konnten, war das Anwesen mit einem schneckenartig zum Haus hin angelegten Weg umgeben, der breit genug war um Autos/Camper abzustellen. Reinhold fuhr mal vorsichtig rum und plötzlich landeten wir fast auf einem Schrottplatz. Alles höchst eigenartig. Wir beschlossen, mal die Rezeption zu suchen. Das war das Haus auf dem Hügel. Als wir die Glastür öffneten, standen wir in, naja, wie soll man sagen: Wohnzimmer, Laden, Computerschrauberladen, Bistro, Gesteinssammlung und Rezeption - alles war unabgetrennt in dieser großen Halle untergebracht. Begrüsst wurden wir von einer Asiatin, die uns 20 Dollar für die Nacht nahm, uns ein Buch gab, in das sie uns eintragen ließ und uns erklärte, wir sollen uns irgendwo einen Platz suchen. 

Irgendwie waren wir nun 20 Dollar ärmer und genauso schlau. Skurril. Also haben wir noch eine Runde gedreht und uns hingestellt wo es uns schien, dass wir nicht störten. Die Sanitäranlagen waren, sagen wir mal, rustikal. Das abendliche Highlight dort war dieser kleine Frosch, der seitlich auf der Wandverkleidung saß und auf seine große Chance wartete endlich in die Toilette zu springen.

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Die Tree Frogs sind halt a bissl doof, die denken, so eine Wassertoilette sei ihr persönliches Wasserloch.


 

Das Beste zuletzt: Windjana Gorge, Tunnel Creek und die Leopold Downs Road

Veröffentlicht am 05.06.2009, 03:45

Heute früh von den Mozzis vom Platz gejagt worden und in Richtung Windjana Gorge aufgebrochen. Eigentlich wollten wir noch zur Leopold Gorge, aber leider war die Straße dorthin gesperrt. Wenn man auf Höhe von King Leopold NP unterwegs ist, ändert die Gibb River ihr Gesicht sehr. Es wird hügelig, felsig, und man findet die ein oder andere schöne Aussicht ins Land.

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Und zunehmend viele imposante Boabs.

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Als wir bei der Windjana Gorge ankamen, war es bereits unangenehm heiß und windstill (Feuergefahr stand heute dort auch auf hoch). Diese Gorge war so richtig nach unserem Geschmack: steil abfallende Felswände mit urzeitlichen Sedimenteinschlüssen und eingeschlossen von diesen Felswänden ein Felspool, in dem sich die Freshies sonnten.

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In der Tat: zum  ersten Mal konnten wir die scheuen Tiere beim Sonnenbad beobachten - ich muss sagen, als ich sie da so träge im  Wasser abhängen sah, kamen sie mir ähnlich relaxt vor wie seinerzeit die Koalas in den Bäumen.

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Die Tiere hier wissen einfach, was eine gescheite Siesta ist. am sandigen Ufer konnte man bis zu eineinhalb Kilometer in die Gorge spazieren und sich von den Felswänden, den Krokodilen, Fischen, Vögeln und der Vielfalt von urzeitlich anmutenden Bäumen bezaubern lassen. Dazu kam, dass wir unsägliches Glück hatten, und vor jeglichen "Wilderness Adventure" Bussen da waren. Somit gab es nur wenige Besucher und es war recht ruhig.

Dann sind wir auf der ganz wunderbaren Leopold Downs Road nach Tunnel Creek aufgebrochen. Wir hatten uns innerlich schon damit angefreundet, dass der Tunnel gesperrt sein würde, so lautete zumindest die letzte Information dazu.

Umso erfreuter waren wir, als wir eine "Wilderness Adventure" Guide dazu ansprachen, die auf dem dortigen Parklplatz den Lunch für ihre Touris vorbereitete. Die meinte, das sei schon ein paar Wochen her; man habe ihn zeitweise gesperrt, weil man untersuchen musste, ob ein Erdrutsch darin ein Einbruch der Felsen war oder eben nur Erde, die es nach der Wet Season dorthin gespült hatte. Anscheinend war es zweiteres gewesen. Der Tunnel-Spaziergang macht sehr großen Spaß, speziell wenn man so etwas noch nie gemacht hat. Man braucht kurze Hosen, eine Taschenlampe und Schuhe, die entweder durchs Wasser gehen können oder den Willen, überall barfuß durchzuwaten.

Zu sehen gibt es viele Tropfsteingebilde, den unterirdischen Fluß, in dem auch Frösche und kleine Fische leben (eine Besucherin heute hat sogar behauptet, sie habe dort ein Freshie gesehen; wir haben uns daraufhin auf dem Rückweg die Augen ausgeguckt, konnten aber lediglich immer mal wieder ein paar Felsen ausmachen, die ein bisschen nach Krokodil aussahen) und Fledermäuse. Außerdem die beeindruckenden Ausmaße des Tunnels und die absolute Dunkelheit (sofern man, wie wir, mal wieder das Glück hat, genau zwischen zwei Tourbussen dort zu sein). 

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Licht am Ende des Tunnels:

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Dann zurück auf die fantastische Leopold Downs Road, die immer mehr von Boabs und abgefahrenen Felslandschaften strotzte, kurvig, anspruchsvoll, und voller Kühe war, einfach das Beste von allem!

Der imposanteste Boab von allen - Reinhold ist auch auf dem Bild, sucht ihn!

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Wir waren richtig traurig, als die Straße nach 83 km zu Ende war und wir am ollen Highway Richtung Fitzroy Crossing angekommen waren.

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Dennoch haben wir uns ordentlich auf einen Campground mit richtiger Waschmaschine gefreut und siehe da, er hat sogar eine BAR! Da gehen wir heute abend doch mal hin.

Ach ja: kleine Planänderung. Sorry Freia, aber Broome haben wir aus dem Programm genommen. Wir werden nun ein bissl Highway schrubben, vielleicht noch die ein oder andere Gorge am Wegesrand ansehen und dann die etwas abgelegenere, hoffentlich nicht so touristische Duncan Road zurück nehmen.


 

Manning Gorge – Silent Grove

Veröffentlicht am 04.06.2009, 03:45

Wusstet ihr schon?! Die Kimberleys sind nicht ganz so entlegen, wie uns die Reisefuzzis weismachen möchten. Der Campground bei Manning Gorge war beispielsweise recht bevölkert als wir nachmittags dort ankamen, da wurde schon auch mal Musik gespielt und es ging gut her. Wir hatten ein schönes Lagerfeuer, haben ein weiteres Mal die Teflonpfanne für ein Outdoor-Abendessen hergebrannt (Gas war ja alle) und genossen den Luxus einer richtigen Dusche mit Seife. Dann blühte uns eine unvergessliche Nacht mit einem Besoffenen, der Dreiviertel der Zeit He-Man impersonierte und einen Urschrei nach dem anderen absetzte, unterbrochen von seinem Saufkumpan, der das Ganze immer mal wieder einem durchdringenden Lachen untermalte. Na Mahlzeit!

Aber es gibt auch Schönes zu berichten: am morgen beschlossen wir, ein Planschbad im wunderschönen Manning Felspool zu unternehmen.

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Dazu gibt es eigens dafür bereitgestellte Autoschwimmreifen, die man auch tunlichst nutzen sollte, denn trotz seiner beeindruckenden Größe hat der Pool ebenso beeindruckende felsige Untiefen. Wir hatten den Pool eine Weile für uns und planschten fröhlich im angenehm kühlen Wasser vor uns hin. Das war richtig erholsam und ließ die anstrengende Nacht vergessen.

Entlang des sandigen Ufers wird der Pool von vielen kleinen Fischen bevölkert, die im klaren Wasser gut zu beobachten sind. Gestern abend habe ich in der Dämmerung sogar eine Wasserschildkröte ausgemacht, die dort entlang schwamm.

Aus  Zeitgründen haben wir uns gegen die Wanderung zum Manning Gorge entschieden und sind Richtung Imintji Store aufgebrochen um endlich unsere leere Gasflasche aufzufüllen, denn das ewige Holzsammeln nervte dann doch ein wenig. Auf dem Weg dorthin haben wir uns die weit weniger überlaufene Galvans Gorge angesehen.

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Sie war klein aber richtig paradiesisch, mit einem schönen Boab, der sie überragte. Die Adcock Gorge haben wir wiederum gesteckt, denn bis wir über einen sehr anspruchsvollen Track auf dem Parkplatz angelangt waren, von dem man loswandert, knallte die Sonne erbarmungslos mit mittaglicher Hitze herab und es ging, im Gegensatz zu den Tagen zuvor kein Lüftchen dabei. Irgendwie konnten wir uns beide nicht aufraffen unter diesen Bedingungen mindestens eineinhalb Kilometer über steiniges Terrain bergauf zu stolpern.

Dann gab es auch wahre Helden der Gibb River zu bestaunen:

xIMG_3771 (Jaa, nun wisst ihr es, die Gibb River ist immer mal wieder asphaltiert, überall dort, wo man es den Touris nicht zutraut, anders den Berg raufzukommen.)

Dafür haben wir uns Frank Hann's Boab Tree angesehen, namentlich gut zu erkennen, da seine Initialen eingeritzt sind. Er war der erste Erforscher der King Leopold's Ranges.

Hier ersatzweise noch ein anderer Boab:

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Auf der Route, wo der Boab zu finden ist, müssten weitere, weit weniger überlaufene Gorges zu finden sein zusammen mit einem abgelegeneren Campground. Nach der Erfahrung mit den Mitchell Falls würde ich heute eher diese Strecke hochfahren und mit ansehen, was es dort zu sehen gibt. Aber alles ist, wie immer eine Zeitfrage. Wir können uns leider nicht leisten, jetzt nachzusehen, wie es da wohl ist.

Schließlich landeten wir am Imintji Store.

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Dieser Store wird ja von/für eine Community betrieben, aber keine Sorge, hinterm Tresen wird man nur Weiße finden. Irgendwie findet man nie Ureinwohner in solchen Funktionen. Wieso auch immer. Dort stellte sich raus, dass unsere Gasflasche wirklich so richtig leer war. Wir kauften ein paar Kleinigkeiten ein und aßen Roo Pie zu mittag. Sowas wollte ich nie so wirklich machen, schließlich finde ich Känguruhs reizend und wenn man hier was aufessen sollte, dann Kaninchen, aber es war nun mal das einzige, was sie home made hatten. Und ja: es schmeckte ganz hervorragend, nach mildem Wildfleisch eben.

Danach war noch Zeit um nach Silent Grove zu fahren und Bell Gorge zu besuchen. Mich machte die lange Anfahrt von nochmal 10 km über Stock und Stein und das pausenlose Gekraxel über Grobschotter für weitere 1,5 km ziemlich mürbe. Aber am Ende wurden wir mit einem schönen Ausblick auf diese Schlucht mit Wasserfall belohnt.

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Was man uns leider nicht vorher gesagt hatte: man kann nicht nur, man sollte Badesachen dabei haben und einen Rucksack ( oder am  besten einen wasserdichten Behälter) sofern man den Wasserfall ein Stück weit umwandern will. Man muss den oberen Pool durchqueren und das geht nicht ohne Wasserung. Hatten wir nicht dabei und hatten auch keine Lust, die Kraxelei ein zweites Mal durchzuziehen, also war es leider nicht viel mit Umwandern. Aber auch so war der Ausblick schon sehr lohnend.

Abends an der Silent Grove noch mit einem Belgier geplauscht, von dem Reinhold aufgefallen ist, dass er auch bei TCC gemietet hat. Er hat einen 2 monatigen Sabbatical genommen um durch West- und Nordaustralien zu fahren. Er meint er ist verrückt auf Echsen und deshalb hier unterwegs. Er ist mit seiner Frau schon seit einem Monat unterwegs und langsam fehlt ihm seine Arbeit (Programmierer). Ihm geht es ähnlich wie uns, er war auch einigermaßen entsetzt, wie touristisch es in den Kimberleys hergeht.

Nu denn, wir haben endlich wieder Gas zum Kochen und nehmen die Gibb River wie sie ist.


 
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